Animation in Neuen Medien

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COMIC - ARTISTS

Stan Lee
Bill Plympton
Anhang

Stan"The Man" Lee

Am 28.12.1922 wird Stanley Lieber (alias Stan Lee) in New York geboren. Nach dem Abschluss der High School bewirbt er sich auf eine Anzeige von Timely (später Atlas, noch später Marvel) als "assitant in the publishing industry". Zunächst überrascht darüber, dass er Texte für Comic Books schreiben soll, nimmt er den Job, als Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln, an: "I thought that meant books or magazines ... It never occurred to me until I got there that they were talking about comic books, but I figured what the hell, maybe I can get some experience and then get out there into the real world." (Animation World Magazine, Issue 2.4, July 1997) Aus dieser Zeit stammt auch sein Pseudonym "Stan Lee", das er ursprünglich vorrübergehend annehmen wollte, um später seine "important writings" unter richtigem Namen veröffentlichen zu können. Er kommt jedoch nicht wieder von den Comics los und ändert später auch offiziell seinen Namen in Stan Lee.

Stan Lee und Marvel

Mit 17 Jahren wird Lee bei Martin Goodmans Timely Verlag  als Verlagsassistent eingestellt. Bereits ein Jahr später arbeitet er dort als Chefredakteur und hat diesen Posten bis 1972 inne, als er zum Direktor der Marvel Comics Group aufsteigt.
Während seiner Arbeit bei Marvel lernt Lee den Zeichner Jack Kirby kennen. Sie bilden ein sehr kreatives und vor allem produktives Team, in dem Lee für die Texte und Kirby für die Zeichnungen der Comic-Hefte verantwortlich ist. Noch in den 50er Jahren produziert Marvel überwiegend Monster- und Western-Geschichten, während ihr Konkurrent DC Comics (Superman) den Markt der Superhelden beherrscht.  Doch Stan Lee und Jack Kirby entwickeln ein ganz neues Konzept von Superhelden, das sie erstmals 1961 mit den "Fantastic Four" vorstellen.

Superheldenkonzept
Im Gegensatz zu National (DC Comics), die auf einen simplen Plot bauen, geben Lee und Kirby ihren Helden einen realen Charakter mit Schwächen und Stärken. Die Konfrontation der Helden mit Alltagsproblemen führt zu einer stärkeren Identifikation des Lesers mit den Helden und dieses Konzept findet regen Zuspruch beim Publikum. So haben die Fantastic Four nicht nur gegen äußere Feinde zu kämpfen, sondern müssen auch immer wieder gegen ihre privaten Probleme angehen. Die Fantastic Four sind ein Team mit vier Superhelden: "The Thing", im wahren Leben Ben Grimm, ist ein steiniges Monster mit unglaublicher Kraft; Jonathan Lowell Storm "The Human Torch" hat die Fähigkeit zu fliegen und kann dabei wie eine Fackel brennen; der Anführer ist Reed Richards "Mr. Fantastic", er kann seinen Körper in jede erdenkliche Form dehne und dient somit gelegentlich als lebender Katapult; die letzte im Bunde ist Richards Frau und Jonathans Schwester Susan Richards "The Invisible Girl" (später in Invisible Woman umbenannt), ihre Superkraft befähigt sie dazu, Dinge und Personen unsichtbar zu machen oder Kraftfelder aufzubauen.
Die Geschichten der Fantastic Foursprechen nun auch ein älteres Publikum an und die Absatzzahlen derMarvel-Hefte steigen deutlich. Nach dem Erfolg der neuen Helden ändert Marvel sein Programm, von Western- und Monster-Titeln zu Superheldengeschichten. Der Beginn des "Marvel Age of Comics" ist eingeläutet. In der folgenden Zeit entwerfen Lee und Kirby einen Superhelden nach dem anderen. 

  • 1962    "The Incredible Hulk"
  • 1962    "Journey Into Mystery" featuring Thor (ein nordischer Gott)
  • 1962   "Tales to Astonish" featuring Ant-Man
  • 1963   "Tales of Supense" featuring Iron Man
  • 1963   "Amazing Adventures" featuring Spider-Man
  • 1963    "The Avengers" 

Mit The Avengers entwickelt das Gespann Lee / Kirby einen neuen Meilenstein der Comic-Geschichte. Den Lesern wird ein Team aus Superhelden präsentiert, die bereits vorher in Einzelserien eingeführt wurden. Ant-Man, Thor und Iron Man werden vereint, um den amoklaufenden Hulk zu kontrollieren. Damit treffen in The Avengers erstmals fast alle Superhelden Marvels aufeinander, die Grundlage des "Marvel-Universums" ist geschaffen. In der Zukunft wechseln nicht nur die Helden der einzelnen Folgen sondern Superhelden einer Reihe statten anderen Marvelhelden Gastbesuche ab (z.B. Spiderman meets the Avengers).
Im Jahr 1963 findet sich ein weiteres Team zusammen - The X-Men. Es besteht aus ganz neuen Helden, den Mutants. The X-Men werden der erfolgreichste Titel der Marvel Comics.

Marvel-Method
Stan Lee, der noch immer die Scripts für die Hefte schreibt, kommt mit seiner Arbeit der wachsenden Zahl der Comics nicht mehr nach. Solange jedoch die Scripts nicht fertig sind, können die Zeichner mit ihrer Arbeit nicht beginnen. Daraufhin führt Lee eine neue Arbeitsweise ein. Er trifft sich mit den Zeichnern und gibt ihnen die Story grob vor. Er beschreibt ihnen, wer in der Ausgabe der Bösewicht sein wird, mit welchen Problemen sich der Held auseinandersetzen muss und wie er sie löst und wie viele Seiten zur Verfügung stehen. Die Künstler können nun die Geschichte so zeichnen, wie sie sie sich vorstellen. Damit ergibt sich nicht nur eine höhere Arbeitseffizienz, sondern auch die Stories werden besser. Die Zeichner bringen ihr eigenen Kreativität stärker ein und Lee kann die Texte und Dialoge direkt auf die Szenen schreiben.
"That not only kept the artists busy, but more important, it allowed them to contribute to the story in different ways. They might draw the scene with more depth than I envisioned it... after a while,  it became clear we were getting better stories. (Animation World Magazine, Issue 2.4, July 1997)

Stan Lee heute

1998 steigt Stan Lee nach 59 Jahren bei Marvel Enterprises aus. Er erhält alle Rechte an seinem Namen, Brand und Signature zurück. Er hält den Titel "Chairman Emeritus" (im Ruhestand) bei Marvel. Im gleichen Jahr gründet er Stan Lee Media - ein digitales Entertainment Studio. Stan Lee ist Chairman des Verlags und arbeitet auf einer day-to-day Basis vor allem an Spielfilm- und Animationsmanuskripten. Im Februar 2000 geht Stan Lee Medias Website www.stanlee.net ans Netz. Dieses Animationsportal bietet verschiedene online Animationsserien mit neuen Helden sowie Spiele etc.

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Bill Plympton

Bill Plympton wird am 30. April 1946 in Portland, Oregon geboren. 1964 macht er an der Oregon City High School seinen Abschluss. An der Universität in Portland macht er seine ersten Erfahrungen mit Animation. Um dem Einsatz in Vietnam zu umgehen, tritt er 1967 in die National Guard ein und gehört ihr bis 1972 an. 1968 zieht er nach New York City und besucht dort ein Jahr lang die School of Visual Arts. Er ist als Illustrator und Cartoonist für namenhafte Publikationen tätig, u.a. New York Times, Vogue, Village Voice, Rolling Stone und Vanity Fair. Für die Zeitung "The Soho Weekly News" zeichnet er 1975 den politischen Cartoon Strip "Plympton". Dieser Cartoon ist so erfolgreich, dass er 1981 in 25 verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wird. 

Bill Plymptons Arbeit

Den Wunsch Animationen zu zeichnen bekommt Plympton als er zum ersten Mal "Duffy Duck" im Fernsehen sieht. Mit seiner Karriere dauert es allerdings noch eine Weile. Bereits mit 12 Jahren bewirbt er sich bei Disney. Dort wird er jedoch aufgrund seines Alters abgelehnt.
Erst 1983 erhält Plympton die Möglichkeit einen Animationsfilm zu zeichnen. Auf bitten der Produzentin Valeria Wasilewski zeichnet Plympton mit "Boomtown" (1985) seinen ersten Kurzfilm. Zwei Jahre später stellt er den Musik-Kurzfilm  "Your Face" her und erhält dafür prompt eine Academy Award Nomination. Von nun an sind seine Filme sehr gefragt. Sie laufen immer öfter auf  MTV und gewinnen einen Preis nach dem anderen auf zahlreichen Animationsfestivals. Einige der populärsten und erfolgreichsten Kurzfilme sind:

  • "One of Those Days"
  • "How to Kiss"
  • "25 Ways to Quit Smoking"
  • "Plymptoons"

Nun macht sich Plympton daran seinen Traum zu verwirklichen - einen 90minütigen Animationsfilm."I wanted to make a full-length movie ever since I was a kid." (Quelle: Who the Hell is Bill Plympton)

The Tune (1992). Der Film handelt von einem jungen Songschreiber. Er bekommt von seinem Boss eine letzte Chance einen Hit zu schreiben, ansonsten wird er entlassen. Allerdings hat er dafür nur 47 Minuten Zeit. Auf dem Weg zur Arbeit verirrt er sich und kommt nach Flooby Nooby. An diesem sonderbaren Ort erklärt man ihm, wie man gute Songs schreibt, dass man dafür Inspiration benötigt. Als er zurück auf Arbeit kommt ist die Zeit bereits abgelaufen. Keines der Lieder, die er seinem Chef präsentiert findet dessen Zustimmung. Am Ende singt der Songschreiber gemeinsam mit seiner Frau ein trauriges Love-Duett. Dieser Song geht dem Chef so zu Herzen, dass er den Mann wieder einstellt - und alles wird gut.

I married a strange Person (1998). Dies ist Plymptons zweiter Film. Er handelt von einem frisch verheirateten Paar. Während der Flitterwochen wird der Ehemann von seltsamen Strahlen aus dem Fernseher getroffen, woraufhin ihm eine Art Kropf wächst. Aufgrund dieser Wucherung erhält er Superkräfte. Alles was er sich vorstellt, wird wahr. "The film has scenes of ultra-violence that should offend everyone, and what has been called 'the most bizarre and hilarious sex scene ever put to film'." (Bill Plymptons Site)

"Mutant Aliens" ist Plymptons aktuelles Projekt. Er arbeitet seit 1999 daran. Bereits im Jahr 2000 veröffentlichte er die Story in einem Comic-Book. Die Geschichte erzählt von einem ehemaligen Raumfahrer, der zusammen mit einer Alienarmee zurück auf die Erde kommt, um sich zu rächen. Zuerst wird der Film beim Sundance Film Festival zu sehen sein.

Neben Animationsfilmen dreht Plympton hin und wieder auch live-action Filme. Sein erster Film "J.Lyle" erscheint 1994.
"Making 'The Tune', I had a lot of ideas I realized wouldn't work with animation, but would be lots of fun with real people! I took those ideas and made 'J. Lyle'. Besides my hand needed a rest after drawing 'The Tune'. Live action is so much quicker. I was working on 'The Tune' for about two yearsand now I'm done with 'J. Lyle' after less than a year!" (Bill Plymptons Site)
Sein zweiter live-action Film ist "Guns On the Clackamas". Der Film erzählt über die Dreharbeiten zu einem Western. Jedoch springt in letzter Minute der Hauptgeldgeber ab und die Dreharbeiten müssen auf Sparflamme fortgesetzt werden. Dabei kommt es schon mal vor, dass das Essen vergiftet ist und einige Darsteller das Zeitliche segnet. Als neue Geldquelle dient schließlich der Verkauf der getragenen Unterwäsche der Darsteller.Die Idee für diesen Film lieferte der Western "Saratoga" von 1937. Während der Dreharbeiten zu diesem Film starb der Star Jean Harlow und ein Double mußte eingesetzt werden. Jedoch wurde in jeder Szene, in der das Double auftrat, das Gesicht durch irgendetwas verdeckt. "It was supposed to be a drama, but it ended up being funny." (Quelle: Who the Hell is Bill Plympton)

Bill Plymptons Stil

Die Filme Bill Plymptons sind meist bizarr, mit makaberem Humor und zeugen von sehr viel Fantasie und Kreativität. Vor allem spielt er gern mit Formen und Verformungen - so gehen Personen ineinander über, Menschen verschlingen Köpfe anderer Menschen oder Gegenstände transformieren plötzlich in etwas ganz anderes.
"When it comes to cartoon violence, Bill is an innovator on a par with Tex Avery and Bob Clampett. His characters swallow and inhale each other, and like to bite one another's heads off one chomp at a time." (Plympton's Metamorphoses)
Kennzeichnend für seine Animationen ist auch ein gewisser Cartoon-Stil. Das liegt nicht nur an den minimalistischen Zeichnungen, sondern auch daran, dass er nur etwa 3-4 Bilder pro Sekunde animiert. Dadurch entsteht kein Bildfluss, sondern die Einzelbilder stehen recht lang auf dem Bildschirm. mehr dazu
Auch seine Arbeitsweise ist ziemlich ungewöhnlich. Er produziert, finanziert, vermarktet und zeichnet seine Filme alle selbst. Bei dem Film "The Tune" bedeutete das über 30.000 Zeichnungen von Hand zu zeichnen. Dann steht er in der Regel 10 - 16 Stunden am Tag am Zeichenbrett, auch am Wochenende. Um die Finanzierung der Filme abzudecken, lässt Plympton oft Teile der full-length Filme als Kurzfilme laufen. "The Wiseman" und "Push Comes to Shove" sind beides Ausschnitte aus "The Tune" und gewannen 1991 den Prix du Jury beim Film Festival in Cannes. Darüber hinaus verdient er Geld mit Werbespots in seinem typischen Plympton-Stil.  (Quelle: Who the Hell is Bill Plympton)

 

Analyse einiger Filme Bill Plymptons

Jack Kirby und The X-Men

Quellenangaben und Linktipps

Autor: Sonja Stockmann

Diese Seite ist eine Ausarbeitung zum Referat aus dem Seminar "Animation im Internet" aus dem Wintersemester 2000/2001 bei Dr. des. Karin Wehn am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften der Universität Leipzig.
 
Letzte Aktualisierung: 17.02.2001

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