Animation in Neuen Medien

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Eruptor

www.eruptor.com

eruptor sieht sich als Plattform für Teenager, die "cool cutting edge content and products online" bietet. Die Seite will Themen des "common interest" abdecken: Comics, Video-Spiele, Action-Helden, Filme, Musik und Mode.

Comics und Animationen stehen im Mittelpunkt, dienen aber hauptsächlich der Vermarktung von Merchandise-Produkten und den Angeboten der Partner der Seite - zum Beispiel Spiele-Produzent Eidos (Tomb Raider), Sony (Playstation) oder TopCow (Comic-Verlag).
Die Animationen auf eruptor werden "shows" genannt, daneben stehen die Rubriken

  • "community" - chatroom und messageboard
  • "live" - Interviews mit Comiczeichnern, webcam bei TopCow, interaktiver Zeichen-Kurs, etc.
  • "news & events" - Neuigkeiten von/bei eruptor
  • "shop" - der online-shop "monstermart" und das "eruptor shopping network"
  • "girls" - die für den wiederholten Besuch männlicher Fans wohl unerlässliche Gallerie der girls-of-the-week, -month, -year.

Aufbau der Seite

Die Startseite ist beim ersten Besuch etwas unübersichtlich. In der Mitte der Seite läuft eine Videosequenz, die mit einem aufdringlichen Sound unterlegt ist. Sie weist auf aktuelle Inhalte der Seite hin (neue Animationen, aktuelle live-events, Merchandising-Angebote, etc.).

Direkt darunter befinden sich mehrere Banner, die sowohl zu eigenen Inhalten führen als auch zu den Seiten der Partner (z.B. www.witchblade.com).

Rechts vom Videofenster finden sich ebenfalls Links zu den eigenen Angeboten, hier allerdings nur als reine Text-Links.

Links vom Videofenster werden die eingeloggten Besucher persönlich begrüßt, darunter ist das aktuelle girl-of-the-week zu bewundern und darunter ist Platz für ein großes Werbebanner.

Die Navigationsleiste am Kopf der Seite ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie animiert ist. Je nach dem welchen Link man anklickt, verändert sich die Leiste und zeigt die Unterkategorien der gewählten Rubrik.
Hat man sich an das System gewöhnt, ist es allerdings sehr klar und ermöglicht eine schnelle Navigation.


Die Animationen

Unter "shows" findet der Besucher vier Serien, Foo, the Marty Show, Jonni Nitro und Webphoria.

Foo
Foo ist eine recht pubertäre Serie über einen jungen weißen Rapper, der sich mit den 'üblichen' Problemen rumschlägt: ein mieser Aushilfsjob, ein spießiger Chef, mäßiger Erfolg bei den Frauen. Dies versucht er durch Macho-Spüche und laute Musik zu kompensieren. Das 'Highlight' der Serie ist es, wenn Foo die Hosen runter läßt und einen Rap furzt - noch Fragen?
Auch gestalterisch bietet diese Flashanimation nichts wirklich Sehenswertes. Die Interaktivität beschränkt sich darauf, daß der Zuschauer die Reihenfolge der Mini-Episoden innerhalb einer Folge festlegen kann, am Inhalt ändert sich dadurch allerdings nichts.

The marty show
Hierbei handelt es sich um eine 3D-Animation, die insofern sehenswert ist, als daß die Optik noch relativ ungewöhnlich ist und interessante Effekte ermöglicht. Der User kann zu jeder Zeit während der Animation aus drei verschiedenen 'Kameraperspektiven' wählen und so das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln verfolgen.
Inhaltlich parodiert die Marty Show Fernseh-Talk- oder Late-Night-Shows. Marty, ein kleines grünes Monster empfängt mehr oder weniger illustre Gäste aus dem Comic-Universum.
Ganz wie im Fernsehen ist das natürlich perfektes Marketing für die Gäste. Hier sind das hauptsächlich die Protagonisten von anderen Animationen, Comics oder Computer-Spielen (der eruptor-Partner) wie zum Beispiel Witchblade und Lara Croft. Allerdings ist Marty politisch unkorrekter als seine Fernsehvorbilder und seine sexistischen Anspielungen können schon mal dazu führen, daß ihm zum Beispiel Witchblade die Eier wegschießt. In Sachen Interaktivität hat der Zuschauer neben der Wahl der Perspektive noch die Möglichkeit, die Reihenfolge der Interviewfragen zu beeinflussen.

webphoria
Im Teaser zu webphoria heißt es "an interactive 3D animated series for your Digital Lifestyle (...). A personal strategy guide on gadgets, technology, dating -- and how to score! (And we're not talking video games)".
Host dieser Show ist Cindy Margolis, deren menschliches Pendant die am öftesten heruntergeladene Frau des Internets ist. Die 3D-Optik entspricht der der marty show, ist bei webphoria aber weniger überzeugend - ein Monster mit Ecken und Kanten ist glaubwürdiger als ein 'Kurvenstar'. Allerdings konnte ich bislang nur das Intro zu webphoria anschauen, danach ist regelmäßig der Browser abgestürzt.

jonni nitro
Diese Serie handelt von einer Superagentin, in etwa das weibliche Gegenstück zu James Bond - stilvoll im Kampf gegen das Böse dieser Welt.
Was diese Serie auszeichnet, ist die recht ungewöhnliche Ästhetik, die aus einer Kombination von Videofilm und Animation entsteht. Die Videosequenzen sind von menschlichen Darstellern gespielt, aber die Farben wurden auf schwarz-weiß (ohne Graustufen) reduziert, so daß eine starke Verfremdung entsteht. Das Ergebnis ähnelt gezeichneten Bildern. Im Zusammenschnitt sind die animierten Sequenzen kaum von den Videosequenzen zu unterscheiden.
Die einzelnen Folgen der Serie sind recht kurz und erzählen keine abgeschlossene Kurzgeschichte oder Episode. Diese Handlungsfragmente kombiniert mit der verfremdeten Optik lassen dem Zuschauer viel Platz für eigene Interpretation und Imagination.

Daniel Probst, 26.11.2000

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