OeilPourOeil

http://www.oeilpouroeil.fr/site_opo/index1.htm
Das Unternehmen dahinter
Hier präsentiert sich auf seiner Homepage ein Unternehmen aus Lyon.
(www.oeilpouroeil.fr ist also gar kein Portal.) Wirkliche Informationen
gibt es aber praktisch keine. Mit der ganzen Website empfiehlt sich ċil
pour ċil als Partner für Präsentationen vermittels der Neuen
Medien (also nicht nur für Web-Seiten). Insofern ist die Tatsache,
dass fast alle Texte (wie man es von Franzosen erwartet) nur auf Französisch
vorliegen, kein Hinderungsgrund, an der Seite auch ohne Kenntnis dieser
Sprache Gefallen zu finden. Einige externe Arbeiten werden auch skizzenhaft
vorgestellt, Links zu diesen Projekten existieren jedoch nicht. Die ganzen
Erscheinung legt nahe, hinter ċil pour ċil eine Handvoll junger
Leute zu vermuten, die sich statt auf ausgebufftes Marketing lieber auf
ihre Begeisterung, ihre Kenntnis der Technik, ihre Stilsicherheit, ihr
Modebewußtsein und die Frische ihrer Entwürfe verlassen - eben
"Multi-Media Action People". Wer's genauer wissen möchte, findet auf
der Seite außer der E-mail- immerhin auch die Postadresse.
Struktur der Website
Entsprechend wird gezeigt, was man drauf hat: ausschließlich Flash-Animiertes,
Texte werden erst unter dem Cursor sichtbar, vieles ist mit Geräusch verbunden, fast ständig laufen kleine Clips mit dem Logo von ċil pour ċil, einem Männchen mit einem riesigen Auge anstelle des Kopfes, im Hintergrund usw. usf.
Die Navigation ist sinnfällig. Und ästhetisch hat man selbstredend
ebenfalls die Hand am Puls der Zeit: Das Männchen mit dem Augenkopf
(eine Reminizenz an die Residents?), das den Besucher auf fast alle folgenden
Seiten begleitet, ist eine charakterfähige Comicfigur, hat etwas Spirituelles
an sich und erinnert in der Zeichnung zugleich an den Stil der Sprayer, die Hintergründe
wiederum eher an die 70'er Jahre. So ähnlich ließen sich auch
die anderen Angebote beschreiben. Also auf modischen Stil wird bei ċil
pour ċil offensichtlich größter Wert gelegt.
Die Indexseite, über die man in jedem Falle gehen muß (deshalb
im Folgenden keine direkten Links zu einzelnen Inhalten), gibt bereits
einen hinlänglichen Überblick über das gesamte Angebot.
Die Angebote
Hinter den großen Buttons tun sich neue Seiten auf, die zwar durchweg
schmissig gemacht sind, aber z.T. nichts weiter als Werbung enthalten.
Games meint u.a. ein paar Online-Spiele: Man kann Skater durch
suburbane Parcours jagen (englischsprachige Anleitung!!!) oder in einer
Art Moorhuhnjagt Schoßhündchen. Spaß macht PlayBox.
Über einen von vier Grundbeats läßt sich mit einer Sammlung
an skurrilen Geräuschen super billiger Techno oder House improvisieren:
nicht unwitzg.
Die kleinen Buttons in der Mitte schließlich aktivieren Miniclips
mit dem ċil-Männchen.
Animationen
Hier werden nicht gerade Rekorde gebrochen. Bislang existiert lediglich
ein Film, obgleich die Aufmachung suggeriert, dies sei Teil einer Serie.
Eine weitere Serie über die Erlebnisse toter Rockstars ist angekündigt
- wohlweisslich ohne Datum -: "The Underground Café".
-
The Guts and Guest's Show ist zur Abwechslung mal eine Persiflage
aufs Fernsehen. (Na gibt's denn sowas?) Eine Kochstudiosendung scheitert
an der Unfähigkeit der grenzdebilen Moderatoren (Mitok und Konek -
s. Abb.),
an dem schweren Handicap des Stargastes Michael Jackson und an einem sexbesessenen
Penis. Die Geschichte ist auch in ihrer Inszenierung trashig, wie sie sich
anhört: Die Zeichnungen sind grotesk und auf wenige Details konzentriert
(etwa wie Kinderzeichnungen), Bewegungen und Gesten aufs Äußerste
reduziert. Der Ton untermalt das Ganze entprechend bizarr. Beispielsweise
geben die Figuren nur Grunzer von sich, die erst die eingeblendete Schrift
als Sprache ausweist. Die technische Umsetzung - Flash, was sonst? - dagegen
läuft reibungslos, und das obwohl der Film für heutige Verhältnisse
im Internet recht lang ist (verpackt in zwei Files, die nahtlos hintereinander
laufen). Das ganze ist nicht zum Herunterladen gedacht. Die Ankündigung
für das Underground Café verspricht ähnliches:
lustige Unterhaltung mit einem ziemlich grellen Humor.
-
Eine Animation verbirgt sich auch hinter dem Le funky clip-Button.
Ähnlich wie James Bond im Titel seiner Filme kommt das Männchen
von ċil pour ċil begleitet von einem Gitarrenlink angeschlendert, rappt
dann aber statt zu schießen. Wie gesagt: alles am Nerv der Zeit -
cool und très chique.
Update
Kleine Änderungen im neuen Jahr: Intro und Index haben eine neue
Adresse:
http://www.oeilpouroeil.fr/site_opo/index1.htm, und es ist ein Relaunch der Seite angekündigt. Es gibt ein paar mehr
Links, z.B. zu webcaster, einer
"plate-forme de divertissement pour adultes consentants" an der
ċil pour ċil beteiligt ist. Angekündigt ist sie für
diesen Monat (Patenschaft zu vergeben ;-); bislang gibts aber nur
einen Trailer, der auch erwähnte tote Rockstars zeigt: Watch out
folks! Über die alte Adresse gelangt man jetzt vor dem Intro auf eine
Art Linkliste, von wo es auch zu anderen von ċil pour ċil betreuten
Websites geht, z.B. zur Homepage von Francoise Hardy
© Daniel Voß
- 18. XII. 2000 / 5. I. 2001
pictures: © ċil pour ċil,
2000
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